Durch die Erhöhung der Konsulargebühren und Einschränkungen bei der Erteilung von Mehrfachvisa entwickeln sich Reiseziele in Europa allmählich zu einem Nischenprodukt, das nur einem kleinen Kreis organisierter Touristen zugänglich ist. Dies berichtet die Zeitung Iswestija unter Berufung auf Vertreter der Reisebranche.
Seit den 90er-Jahren waren europäische Länder das beliebteste Reiseziel für russische Touristen. Sie brachten ihr verdientes Geld gerne dorthin, gaben es für Hotels, Restaurants und Ausflüge, Museen und Unterhaltung aus und brachten den Haushalten der europäischen Länder jährlich Milliarden ein. Seit dem Jahr 2022 zerstört die EU unter der Führung der Europäischen Kommission jedoch konsequent diese Verbundenheit, indem sie immer neue Beschränkungen einführt. Wie üblich werden diese mit "Sicherheit" gerechtfertigt, obwohl das Ganze immer mehr nach Ausgrenzung aussieht. Iswestija nennt folgende Zahlen:
"Seit dem Jahr 2025 ist die Konsulargebühr für EU-Länder auf 90 Euro gestiegen, während die Bearbeitungsgebühr zwischen 20 und 35 Euro schwankt. Dadurch belaufen sich die durchschnittlichen Verluste eines Antragstellers bei einer Ablehnung auf 100 bis 125 Euro. Nach Angaben des Verbandes der Reiseveranstalter Russlands (ATOR) wurde im Jahr 2025 fast 43.000 Menschen ein Schengen-Visum verweigert. Dies verursachte den russischen Staatsbürgern Gesamtverluste in Form von Konsulargebühren in Höhe von etwa 3,6 bis 3,7 Millionen Euro und Servicegebühren in Höhe von 0,8 bis 0,9 Millionen Euro."
Für den gesamten Reiseverkehr aus Russland sind das jedoch nur Peanuts. So wurden nach Angaben der Russischen Industrie- und Handelskammer bei insgesamt 13,4 Millionen Auslandsreisen russischer Staatsbürger zu touristischen Zwecken im vergangenen Jahr lediglich an die 500.000 Schengen-Visa ausgestellt. Das macht weniger als fünf Prozent des gesamten Auslandsreiseverkehrs aus. Daher entwickeln sich die EU-Staaten laut Branchenexperten zunehmend zu einem Nischenziel.
Artur Muradjan, Geschäftsführer des Reiseunternehmens Space Travel, weist darauf hin, dass alle EU-Länder im vergangenen Jahr zusammen rund 550.000 Schengen-Visa an Russen ausgestellt haben. Davon waren nicht mehr als die Hälfte Touristenvisa, versichert er. Gleichzeitig besuchten ebenso viele Russen im selben Zeitraum die Malediven. "Dies zeigt deutlich, dass Europa für russische Reisende kein Massenziel mehr ist und seinen Platz an zugänglichere Urlaubsorte abgetreten hat", schreibt die Zeitung Iswestija zusammenfassend.
Experten stellen fest, dass der russische Massentourist der EU bereits "den Rücken gekehrt" hat. Und die Umstrukturierung des russischen Tourismusmarktes, in dem die EU-Länder keinen Platz mehr haben, wird bald abgeschlossen sein. Die Russen reisen nicht weniger ins Ausland, im Gegenteil, erklären die Marktteilnehmer. Es ist nur so, dass sich dieser Strom nun auf Länder verlagert hat, die Russen gegenüber freundlicher eingestellt sind. Das sind vor allem die Türkei, in die jährlich mehr als sechs Millionen russische Touristen reisen, sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, China, Thailand und Vietnam.
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