Friedrich Merz gerät in der neuen Insa-Kanzlerfrage deutlich ins Hintertreffen. Alice Weidel kommt auf 31 Prozent, der amtierende Kanzler auf gerade einmal 17 Prozent. Auch Hendrik Wüst schafft es mit 29 Prozent nicht an der AfD-Chefin vorbei. Markus Söder erreicht dagegen 34 Prozent und kann Weidel damit als einziger der drei getesteten Unionspolitiker übertreffen.
Für Merz ist vor allem der Blick auf das eigene Lager problematisch. Unter CDU- und CSU-Anhängern würden sich 50 Prozent für ihn entscheiden, 13 Prozent für Weidel. Bei den AfD-Anhängern würden dagegen 89 Prozent ihre Parteichefin wählen.
Auch Wüst kann Weidel nicht überholen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident erreicht im direkten Duell 29 Prozent, Weidel 30 Prozent. Wüst erhält dabei viel Zustimmung außerhalb der Union: 49 Prozent der SPD-Anhänger und 47 Prozent der Grünen-Anhänger würden sich für ihn entscheiden.
Söder liegt dagegen vor Weidel. Im direkten Duell kommt der CSU-Chef auf 34 Prozent, Weidel auf 26 Prozent. Bei den Anhängern von CDU und CSU erreicht Söder 73 Prozent. Auch unter SPD-, Grünen- und FDP-Anhängern erzielt er höhere Werte als Merz.
Für die politische Einordnung dürfte allerdings die Sonntagsfrage wichtiger sein. Bei Insa liegt die AfD derzeit bei 29 Prozent, CDU und CSU zusammen bei 19,5 Prozent. Die Grünen kommen auf 14 Prozent, die SPD auf 12,5 Prozent.
Die Erhebung wurde vom 11. bis 14. September unter 2006 Personen durchgeführt. Sie folgt auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD 43,8 Prozent und die CDU 17,2 Prozent erreichte.
Ob sich der Vorsprung der AfD auch bundesweit verfestigt, werden die kommenden Sonntagsfragen zeigen. Die Kanzlerfrage selbst ist eine hypothetische Direktwahl, denn der Bundeskanzler wird vom Bundestag gewählt.
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