Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die Pläne von Audi für ein SUV-Werk in den USA kritisiert. "Während sich weite Teile der Welt aufmachen hin zur technisch überlegenen Elektromobilität, wettet Audi auf fossile Energien und damit auf ein totes Pferd", sagte Schneider dem Kölner Stadt-Anzeiger. Abgesehen von den "mehr als unappetitlichen Umständen" zweifle er auch an der Zukunftsfähigkeit der Entscheidung.
Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump ist zuletzt in Deutschland kritisiert worden. Man redete von einem Armutszeugnis für Audi und den Wirtschaftsstandort Deutschland: Der Autobauer will vier Milliarden Dollar in ein neues Werk in den USA investieren und dort 4.500 Arbeitsplätze schaffen.
In Deutschland plant das Unternehmen dagegen den Abbau von bis zu 7.500 Stellen. US-Präsident Trump nutzt die Ankündigung mitten im Wahlkampf, um sie als Erfolg seiner Wirtschaftspolitik zu inszenieren. Der Zeitpunkt war kein Zufall: In weniger als zehn Tagen stehen die US-Zwischenwahlen an.
Die VW-Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo warf Döllner in einem Interview "aktive Wahlkampfhilfe" vor. Audi ist eine Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns und verfügt über interne Richtlinien, die Auftritte im Wahlkampf kurz vor Wahlen untersagen. In den USA finden am 3. November die Zwischenwahlen statt.
Döllner verteidigte seinen Auftritt. Er habe im Interesse des Unternehmens gehandelt, schrieb er in einer internen Mitteilung an die Audi-Mitarbeiter. Zugleich räumte er ein, dass sein Auftritt "als politisches Signal wahrgenommen wurde". Die Einladung zu einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner habe man jedoch "im Interesse des Unternehmens" angenommen.
Audi steht wirtschaftlich unter Druck. Absatz und Erträge sind seit Jahren rückläufig, das Unternehmen hat bereits Stellen abgebaut, und weiterer Personalabbau steht im Raum. Anders als die Konkurrenten BMW und Mercedes-Benz verfügt Audi über kein eigenes Werk in den USA. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle treffen den Ingolstädter Autobauer daher besonders hart.
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