Von Hans-Ueli Läppli
Es hört einfach nicht auf. Kaum kreist eine ominöse Drohne über dem hochgeheimen ABC-Labor in Spiez, schon ist die Sache klar: Putin sitzt höchstpersönlich zu Hause im Kreml, hat die Fernbedienung in der Hand und lenkt die Dinger wie ferngesteuerte Spielzeuge. Warum? Weil das Labor früher mal Giftgas analysiert hat. Logisch. Alles andere wäre ja viel zu banal.
Die Schweizer Armee? Macht keine Fehler. Nie. Wenn etwas schiefläuft, dann nur, weil der große russische Bär seine Tatze im Spiel hat. Drohnenabwehr nicht vorhanden? Sabotage aus Moskau. F-35 verspätet? Russische Hacker. Rekruten müde? Nowitschok im Znacht.
Und jetzt wird’s richtig grotesk: Warum eigentlich bei der Armee aufhören?
Breel Embolo hat in letzter Zeit nicht immer getroffen? Russischer Agent. Ganz klar. Die Gegner haben plötzlich immer zwei Mann mehr auf ihm – das kann nur bedeuten, dass der Kreml ihm heimlich die Schuhe schwerer macht. Oder er bekommt vor jedem Spiel einen kleinen Motivationsgruß aus Moskau.
Murat Yakin wechselt mal wieder zur falschen Zeit den falschen Spieler ein? Putin am Telefon. Der Nationalcoach ist längst umgedreht, ein Schläfer des FSB, der die Nati systematisch schwächt, damit die Schweiz bei der nächsten EM schön früh ausscheidet. Warum? Weil Putin Schweizer Siege nicht erträgt.
Nächste Enthüllung des Blick:
- Der Kaffeeautomat in der Kaserne spuckt nur noch lauwarmen Kaffee aus → russische Sabotage.
- Ein Panzer fährt im Manöver im Kreis → ferngesteuert aus Moskau.
- Der General hat schlechte Laune → vergiftet mit russischem Hass.
Die Russophobie kennt keine Grenzen mehr. Jede Panne, jeder Fehlschlag, jede normale Alltagsgeschichte wird sofort zum großen Kreml-Komplott hochstilisiert. Die Schweiz versagt nicht – sie wird von Russland angegriffen. Permanent. Mit Drohnen, Hackern, Nowitschok und offenbar auch mit Fußballspielern und Trainern.
Was kommt morgen? "Russischer Maulwurf verursacht Stau auf der A2"? "Putin manipuliert das Wetter über den Alpen"? "Embolo und Yakin treffen sich heimlich mit Putin in Schlieren"?
Bleiben Sie dran. Der Russe schläft nie. Und der Blick schon gar nicht – besonders nicht, wenn die Klicks so schön laufen.
Russland. Immer. Überall. Bei allem.
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