Russland

Erstmals auf russischem Boden: Blauer Diamant in Jakutien gefördert

Natürliche blaue Diamanten zählen zu den seltensten Edelsteinen der Welt. Nun ist in der russischen Teilrepublik Sacha (Jakutien) ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Erstmals wurde auf russischem Gebiet ein solcher Diamant in Schmuckqualität gefördert. Der Kristall wiegt 2,74 Karat.
Erstmals auf russischem Boden: Blauer Diamant in Jakutien gefördert© Urheberrechtlich geschützt

Das russische Diamantenunternehmen Alrosa hat in der Teilrepublik Sacha (Jakutien) einen natürlichen blauen Diamanten in Schmuckqualität gefördert. Das teilte der Pressedienst des Unternehmens mit. Der Fund gilt demnach als erster dokumentierter Fall dieser Art auf russischen Lagerstätten.

Nach Angaben des Unternehmens sind Fachleute erstmals seit Jahrzehnten auf einen blauen Diamanten vom Typ IIb gestoßen. Dabei handelt es sich um eine der seltensten und wertvollsten Edelsteinvarianten der Welt. Seine charakteristische Farbe erhält der Diamant durch Bor, dessen Atome im Kristallgitter die Kohlenstoffatome ersetzen. Eine weitere Besonderheit ist seine außergewöhnliche Reinheit: Der Stein weist keinerlei innere Einschlüsse auf.

Derzeit arbeiten elf hochqualifizierte Spezialisten des Unternehmens an der Bearbeitung des 2,74 Karat schweren Edelsteins. Die Präsentation des fertigen Brillanten soll Ende November 2026 stattfinden. Alrosa-Generaldirektor Pawel Marinytschew erklärte dazu:

"Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes ist es gelungen, einen solch einzigartigen blauen Kristall zu gewinnen. Das ist ein äußerst wichtiges Ereignis für Alrosa und die gesamte Diamantenbranche. Möglicherweise wird sich ein solcher Fund nie wiederholen. Umso größer ist unsere Verantwortung, die von der Natur geschaffene Schönheit zu bewahren und diesen außergewöhnlichen Diamanten in einen Brillanten zu verwandeln, der einen Platz unter den seltensten Edelsteinen der Welt verdient. Besonders wichtig ist, dass diese Arbeit von unseren russischen Schleifern ausgeführt wird."

Der Fund bestätigt zudem, dass auf den Lagerstätten Jakutiens äußerst seltene borhaltige Diamanten vom Typ IIb vorkommen. Nach Einschätzung von Alrosa eröffnet dies neue Möglichkeiten, die geologischen Prozesse zu erforschen, bei denen Diamanten im Erdinneren entstehen.

Bereits im Juli hatte Alrosa einen seltenen Brillant in Lavendelfarbe vorgestellt. Sein Wert wurde auf 125 Millionen Rubel (rund 1,37 Millionen Euro) geschätzt. Der Brillant wurde aus einem Diamanten geschliffen, der 2025 in Jakutien gefördert worden war. Experten schätzen das Alter des Kristalls auf rund 350 Millionen Jahre.

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